02.04.17

Deutsche Post Marathon Bonn 2017 I Ein "Post" aus der Mitte des Läuferfeldes

Bei sonnigem Wetter ging es heute auf die 42,195 km lange "Doppelschleife" durch die Bundesstadt Bonn. Da es ein wenig zu warm war, um von perfekten Bedingungen zu sprechen, wurde es für die 1.000 Teilnehmer des Deutschen Post Marathon zu  einer "heißen Angelegenheit". Vor den Marathonläufern gingen am frühen Morgen ca. 8.000 Halbmarathonis & Inline-Skater auf die Strecke. Zusätzlich waren viele Schulstaffeln unterwegs und machten aus Bonn die "Laufstadt" des Wochenendes. Für mich sollte es der letzte lange Lauf vor dem Two Ocean (Ultra)Marathon (56km) in Kapstadt werden. Ruhiges Tempo und nicht "überstrapazieren" war mein Ziel. Über die gesamte Distanz bin ich mit dem 4 Std. Zug,- und Bremsläufer-Team unterwegs gewesen. Herausgekommen ist ein "Post" aus der Mitte des Läuferfeldes mit schönen Eindrücken, die Lust auf den Bonn Marathon 2018 macht!




Eigentlich stand der Bonn-Marathon zu Beginn dieses Jahres überhaupt nicht auf meinem Plan. Ich war mit meinem Trainingsprogramm für den ersten Ultramarathon (Two Ocean 56km) ausreichend beschäftigt. Da ich jedoch zwei Trainingsläufe um die 40km einplanen musste, fand ich in Bonn und in Kandel (Bienwaldmarathon http://der-laufgedanke.blogspot.de/2017/03/bienwald-marathon-2017-i-uber-eine.html#more) zwei Laufevents, die exakt an den vorgeplanten Wochenenden lagen - Treffer! 

In der "Menge" zu  laufen und sich keine Sorgen um die notwendige Verpflegung (Wasser, Wasser, Wasser) machen zu  müssen, ist viel angenehmer, als einsam und allein an der Sieg entlang zu  laufen;-)

Sonne pur
Sehr schön, dass auch das Wetter an diesem Wochenende mitspielte. Blauer Himmel & Sonnenschein - so macht (Halb)Marathon Spaß!  Angeblich haben die Organisatoren ja einen "guten Draht" zum Wettergott, denn kurz vor dem Start verkündete der Moderator an der Startlinie glücklich und selbstbewußt: Das ist bei uns immer so! Beim Bonn-Marathon scheint (immer) die Sonne. 

Falls dem so ist, dann bestellt beim nächsten Mal bitte dieses Wetter mit 3-4 Grad Celcius niedrigeren Temperaturen. Für läuferische (Groß)Leistungen wäre dies perfekt!

Starke Sponsoren
Offiziell heißt der Marathon in Bonn - Deutsche Post Marathon Bonn. Unübersehbar sind die Farben Schwarz-Gelb, sodaß man manchmal glaubte die gesamte Stadt ist eine riesige Fanmeile für die Borusia aus Dortmund;-) Man spürt jedoch, dass in der Verbindung mit den verschiedenen Sponsoren einiges an Unterstützung an die Rennstrecke gebracht werden konnte! Die Anmeldung/Marathonmesse & Gepäckaufbewahrung waren nur wenige Meter  von der Startlinie am Bonner Zoll entfernt. Das Verpflegungsdorf auf der Hofgartenwiese sucht seinesgleichen! Selbst in Köln, wo der identische Sponsor tätig ist, fehlen einige Leckereien, die in Bonn angeboten wurden! Stolz wurde das ganze Sortiment als "Speisekarte" auf der Homepage vorab präsentiert.

14.000 gelbe Gepäckbeutel I Die LäuferInnen verdrängten das Posthorn auf dem Beutel!

Zug,- und Bremsläufer Meeting!

Startbereich am Koblenzer  Tor

Blauer Himmel & Sonnenschein - so macht (Halb)Marathon Spaß! 



Highway to Hell!?

Gestartet wurde in mehreren Wellen und bei lauter Musik! Meine Startwelle hatte mit Abstand den besten Song für unser Abenteuer auf den 42,195km erwischt! Mit "Highway to Hell" schickte man uns auf die Strecke. Nomen est Omen?  Für so manchen gab es ab Kilometer 35 den Moment bei dem er an den Song über die Hölle der Straßenschluchten nachdachte!

Über die Kennedy Brücke op de Scheel Seck

Sighseeing Tour auf zwei Runden
Das Rennen verlief  über eine abwechslungsreiche Runde durch die rechts,- und linksrheinischen Stadtteile Bonns, das alte Regierungsviertel, die Museumsmeile & durch das Zentrum der Bundesstadt! Langweilig wurde es hier nicht so schnell! Früher war die Marathonstrecke noch eine einzige große Runde durch die Stadtteile! Mittlerweile folgen die Marathoni's auf der ersten Runde den Halbmarathoni's und dürfen auf der zweiten Runde alles noch einmal noch einmal "in Ruhe" genießen!  

"Gegenverkehr" auf dem Landgrabenweg
 Eigentlich mag ich "Doppelrunden" nicht so gerne und wenn dann auch noch Strecken mit "Gegenverkehr" (Pendelstrecken) hinzu kommen, verliere ich schnell das Interesse an der Veranstaltung! Hier in Bonn war es anders - ein gelungener Mix aus Stadt,- und Park,- bzw. Rheinuferrennen! 



Beiderseits des Rhein wurden die Grünanlagen der Rheinaue eingeplant. In Bonn geradezu ein "Muss", da sie zu den beliebtesten Laufrevieren der Stadt gehören! Da hierzu auch das Rheinufer zählt ist es nachvollziehbar, dass die Strecke hier ebenfalls entlang lief. 

Mit "voller Puste" auf der Strecke

Am Straßenrand gab es hier und da lautstarke Unterstützung durch  Bands, Trommler, Cheerleader & Dudelsackbläser. Besonders dem "Mann mit dem Dudelsack" sei geraten: "Mit dieser Ausdauer und "Puste" kannst Du nächstes Jahr selber mitlaufen ;-)))"






Weltbekannt sind die Straßen der Bonner Nordstadt für ihre farbenfrohe Kirschblüte im Frühjahr. Die LäuferInnen hatten vor der Rampe der Kennedy-Brücke in Bonn-Beuel auch das Vergnügen die Kirschblüte zu genießen. Ob dies jeder Marathonläufer auf der zweiten Runde bei Kilometer 29 auch so empfunden hat, entzieht sich meiner Kenntnis;-)

Unsere beiden Zug,- und Bremsläufer sorgten dafür, dass das  Ziel (<04:00 Stunden) immer in erreichbarer Distanz blieb. Dabei war ihre Hauptaufgabe, die Uhr im Auge zu behalten. Beim Bienwaldmarathon 3 Wochen zuvor, übernahm der einzelne "Pacemaker" Gerhard auch noch die Aufgabe des Motivators, Tippgebers & Unterhaltungskünstlers (alles in schwäbischer Mundart). Dies half vielen LäuferInnen bei den "harten Kilometern" jenseits der 30km Marke!

Zurück über  den Rhein auf die "Bonner Seite"!


 


Wasser, Wasser, Wasser

An den Verpflegungsstellen fehlte es nirgendwo an helfenden Händen und Wasser, Tee, isotonische Getränke, Cola & Bananen waren bei diesen Temperaturen ausreichend vorhanden.

Vor der Oper I kritischer Blick auf die Uhr!

Entlang des Rheinufers  in Richtung Rheinaue


 Posttower
UNO-Campus, ehemaliges Regierungsviertel & Museumsmeile

Im Rheinauenpark auf Bonner Seite wurde das imposante "Hauptquartier" des Haupt-Sponsors passiert (km 13 & 34) und anschließend ging es auf eine kleine Sightseeing-Tour durch das ehemalige Regierungsviertel der Bundesstadt (altes Abgeordneten Hochhaus "Langer Eugen", Villa Hammerschmidt, Palais Schaumburg bei km 18 & 30). Nebenbei wurde noch die Museumsmeile (Kunstmuseen, Haus der Geschichte & Museum König) passiert.


Samba-Rhythmen und Frühlingssonne


Bei Kilometer 18 bzw. 39 ging ab dem Museum für Deutsche Geschichte auf den unteren Teil der  Museumsmeile. Eine endlos lange Gerade die sich bis zum Hofgarten hinzieht. Besonders auf der zweiten Runde die letzte mentale Bewährungsprobe, bevor die Strecke in der Bonner-City wieder in die dichten Zuschauermengen eintaucht!

Naturhistorisches Museum König

Nicht vergessen!  Am 24. September ist der #ZeroHungerRun der Welthungerhilfe


Geradeaus auf das Bonner Münster zu!

Kurz vor dem Zentrum läuft man am historischen Universitätsgebäude und dem Bonner Hofgarten (km 20 & 41) vorbei. Die Werbebögen der Deutschen Post haben schon so manchen getäuscht. Hier wartet noch nicht das Ziel! Ab hier ging auf den letzten Kilometer und nach kurzer Zeit hieß es dann - Siegerlächeln aufsetzen!

Die Fans von "Benni" & vielen anderen warten schon!


Streckenabschnitt am Ende der ersten Runde


Die letzte Versuchung vor dem Ziel I Traditionsgasthaus "Zum Gequetschten"

Endspurt bis zum historischen Rathaus
Vorbei am Traditionsgasthaus "Zum Gequetschten" mit dem Bewußtsein: "Mein Bier und Bratwurst wartet hinter der Ziellinie auf der Bonner Hofwiese!" Jetzt wurden die letzten Energien freigesetzt! Auf den letzten Metern der Strecke ist alles im knalligen Gelb des Hauptsponsors dekoriert und die Zuschauer stehen dicht gedrängt. Musik, lautes Jubeln und immer noch Sonne pur!  Bonn empfing seine Läufer mit Top Stimmung im Zielbereich!
Über den gelben Teppich lief man zur Ziellinie:-)))

Party in Schwarz-Gelb vor dem Alten Rathaus auf dem Bonner Markt

Der gelbe Teppich vor der  Ziellinie





Das wahrscheinlich beste Verpflegungdorf der Republik


Am Ende war es ein rundum gelungenes Laufevent! Wenige Punkte würde ich unter der Rubrik "Kritik" dennoch erwähnen: 

  • Ich bin ortskundig und wusste, wo sich der Parkplatz Auerberg  (unter der Autobahnbrücke) befindet. Auf der Anfahrt über die Autobahn und auch am Parkplatz ist mir keine besondere Beschilderung aufgefallen!

  • Der Parkplatz war für die später anreisenden Marathonläufer eigentlich keine Option, weil gnadenlos überfüllt! Hier wäre es sinnvoll  eine Alternative für Marathonis  bereitzuhalten.

  • Der  Pendelbusverkehr war mit größeren Pausen mit zwischen den Bussen eine kleine Geduldsprobe. Bei der Rückreise war meine Geduld zu  klein und ich habe das örtliche Taxigewerbe durch eine Fahrt zum Parkplatz Auerberg großzügig unterstützt!  
  • Bei der Anfahrt mit dem Bus (vom Parkplatz Auerberg)  war die Ankunft am Friedensplatz und der weitere Fußweg zum Start Ok! Bei der Rückreise & 42,195km in den Knochen war der Weg bis zum Friedensplatz jedoch etwas anstrengend!

  • Dixies gibt es, für die knapp 1.000 Marathonis, auf jeden Fall genug! Die Logistik ist auf die vorher gestarteten 13.000 HalbmarathonläuferInnen ausgerichtet:-) Leider  haben 13.000 Halbmarathonis jedoch das  komplette Toilettenpapier verbraucht;-)))

Bis bald

Kommentare:

  1. Hallo Jörg,
    wieder mal ein toller Bericht. Ich wünsche Dir alles Gute in Afrika und kann nur bestätigen, dass in Bonn immer schönes Wetter ist. zumindest am Marathonwochenende.
    Über das Verpflegungsdorf müssen wir nicht reden, wer da nichts findet......
    Ich parke übrigens immer an der Museumsmeile, direkt hinter dem Museum an der U-Bahn Haltestelle Heussallee/Museumsmeile. Die Bahn fährt alle 15 Minuten (Linie 66) und man steigt am Juridicum aus. Quasi mitten im Hofgarten. Mache ich seit 2002 so. Perfekt.
    Gruß Alex

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  2. Ein toller Bericht, der die Stimmung sehr gut wiedergibt! Und noch einmal Danke für das motivierende Gespräch auf der Strecke :)

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  3. Hallo Jörg,
    SightSeeing in Bonn mal anders. Klasse.
    Zum Thema Kritik: Eine Wasserstation direkt im Ziel wäre gut, denn der Wasserstand der Stadwerke Bonn liegt etwas abseits und viele Ersttäter kennen diesen nicht. Nach 3-Länder-, Kandel- und Bonn-Marathon scheinen wir die gleichen Veranstaltungen zu besuchen, wo muss ich als nächstes hin ??? :)

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    1. Hey,
      mein nächster Event ist der Two Ocean Marathon (56km) in Kapstadt! Du kannst ja mal schauen, ob es noch Startplätze gibt;-)

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  4. Hallo Jörg,

    sehr guter Bericht! Gibt den Lauf und die Stimmung perfekt wieder. Ich finde diesen Lauf und die Orga jedes Jahr aufs Neue top und bin jedem Helfer vor Ort dankbar. Bis auf die Einteilung der Startgruppen (ist teilweise nicht wirklich nachvollziehbar) und die Moderatoren auf der Bühne am Ziel gibt es nichts auszusetzen.
    Allerdings waren es nicht ganz 13.000 Halbmarathonis, sondern "nur" knapp 8.000. Insgesamt sind es 13.000 Läufer (Marathon, Halbmarathon, Staffeln, Inliner und Handbiker). Viel Glück in Kapstadt (-:
    Gruß
    Frank

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    1. Hey Frank, vielen Dank für dein Feedback & die Berichtigung der (Halbmarathon)Zahlen. Ich werde dies auch im Post ändern. Das Toilettenpapier haben somit "nur" 8000 Halbmarathoni's aufgebraucht;-)
      Gruß
      Jörg

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  5. Hallo Jörg,

    schöner Bericht! Machst Du toll, mach bitte weiter so.

    Gruß aus Eitorf
    Dirk Böhm

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    1. Danke! Ich bleibe dran;-)
      Deine Kameraden haben uns bei km 19/40 übrigens bestens versorgt!

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  6. Wieder mal ein toller Bericht mit super Fotos,
    vielen Dank und viel Erfolg in Kapstadt. Bin schon sehr gespannt auf die Bilder hier im Blog und auf Instagramm,

    Gruß aus Sankt Augustin
    Ilse Schmitz

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    1. Danke Ilse,
      und danach widme ich mich wieder den vielen Läufen in unserer Region Rhein-Sieg /Bonn!

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